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Kaffeewissen

Grüner Kaffee: Eine nährstoffreiche Alternative?

Gepostet am 10.02.2020 Tim Jaschke

Grüner Kaffee: Eine nährstoffreiche Alternative?

Grüner Kaffee erfreut sich seit einigen Jahren großer internationaler Beliebtheit. Wie der Name schon sagt, fällt dieser Kaffee durch ein knalliges Grün auf und hat auf den ersten Blick nichts mit dem traditionellen Heißgetränk gemeinsam. Diesem Getränk wird oft eine gesundheitsförderliche Wirkung nachgesagt, was allerdings bis dato nicht einwandfrei belegt werden kann. Nichtsdestotrotz herrscht seit mehreren Jahren ein regelrechter Hype um diese Kaffeeart. Doch wieso sieht grüner Kaffee überhaupt so aus und welche Besonderheiten hat er noch? Diese und andere Fragen haben wir für dich beleuchtet.

Grüne Kaffeebohnen

Grüner Kaffee wird aus gewöhnlichen Kaffeebohnen in Rohform gewonnen. Hierbei kommen prinzipiell alle Arten der Kaffeepflanze in Frage. Dominiert wird der internationale Kaffeehandel von Arabica und Robusta, auch grüner Kaffee kann aus diesen Kaffeearten hergestellt werden. Im Gegensatz zum traditionellen Herstellungsprozess wird grüner Kaffee nicht geröstet. Stattdessen werden grüne Kaffeebohnen in Wasser eingeweicht. In diesem langwierigen Verfahren werden den rohen Bohnen Geschmacksstoffe und Enzyme, aber auch Koffein entzogen. Diese Methode extrahiert gewisse Inhaltsstoffe, die bei der Röstung aufgrund der starken Hitze verloren gehen. Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird die wertvolle Flüssigkeit getrocknet. Aus diesem Prozess entsteht letztendlich ein nährstoff- und koffeinhaltiges Pulver, aus dem das giftgrüne Heißgetränk zubereitet wird. Abhängig ist der Nährstoffgehalt dieser Essenz von Faktoren wie der verwendeten Kaffeesorte, den Anbaubedingungen und der Lagerung. Insgesamt enthält grüner Kaffee mehrere Hundert Inhaltsstoffe, darunter Alkaloide, Aminosäuren und Vitamine.

Grünes Kaffeepulver weit verbreitet

Mittlerweile gibt es den grünen Kaffee im Handel oft in Pulverform zu erwerben. In der Konsistenz unterscheidet sich das Pulver nicht von regulärem, feinen Kaffeepulver. Farblich ist dieses Pulver jedoch ebenso grün wie das Ausgangsprodukt, die rohen Kaffeebohnen. Aufgrund des zwischenzeitlichen Hypes um das farbenfrohe Heißgetränk wird grüner Kaffee von zahlreichen verschiedenen Herstellern als Pulver oder sogenannter Extrakt angeboten. Gemeint ist jeweils das gleiche, obwohl sich die genaue Herstellung des Endprodukts je nach Hersteller etwas unterscheidet. Du kannst ein paar Teelöffel des Extrakts ganz einfach mit Wasser aufkochen, ziehen lassen und das grüne Heißgetränk dann genießen. Geschmacklich ist grüner Kaffee deutlich milder als sein schwarzer Zwillingsbruder. Dies liegt daran, dass die rohen Kaffeebohnen nicht geröstet werden, wodurch auch keine für schwarzen Kaffee typischen Bitterstoffe entstehen. Falls du also kein Freund von den leicht bitteren Röstaromen von schwarzem Kaffee bist, solltest du die grüne Alternative definitiv testen.

Grüne Kaffeebohnen selbst mahlen

Als praktische Do-it-yourself-Alternative zum grünen Kaffeepulver kannst du rohe Kaffeebohnen auch einfach selbst mahlen. Hierzu benötigst du lediglich grüne Kaffeebohnen und eine geeignete Kaffeemühle. Wenn du die Mühle ansonsten zum Mahlen von schwarzen Kaffeebohnen verwendest, solltest du sie zunächst gründlich reinigen. Ansonsten könnte der Geschmack des grünen Kaffees deutlich verfälscht werden. Statt einer Kaffeemühle kannst du auch andere Haushaltshilfen wie einen Thermomix oder andere leistungsstarke Küchenmaschinen mit Hexelfunktion verwenden. Mit dem Gerät deiner Wahl mahlst du die grünen Kaffeebohnen, bis ein feines Pulver entsteht. Anschließend kannst du den grünen Kaffee einfach mit heißem Wasser aufbrühen, dann ziehen lassen und schließlich trinken. Einige Menschen stören sich bei dieser Zubereitungsform an dem leicht säuerlichen Geschmack des grünen Kaffees. Wie so vieles beim Thema Kaffee ist das aber reine Geschmackssache.

Grüner Kaffee Zubereitung

Als eingefleischte Kaffeeliebhaber empfehlen wir dir trotz des leicht säuerlichen Geschmacks, grüne Kaffeebohnen selbst zu mahlen. Hierzu mahlst du die rohen Bohnen in der Kaffeemühle, bis sie eine feine, pulverartige Konsistenz haben. Für eine Tasse Kaffee (250ml) benötigst du ca. 5 Gramm gemahlenen Kaffee, was ungefähr einem gehäuften Teelöffel entspricht. Für die Zubereitung einer einzigen Tasse kannst du den gemahlenen Kaffee in einen Handfilter, ein Teesieb oder direkt in die Tasse geben. Verzichtest du auf einen Filter oder das Sieb, solltest du den entstehenden Sud allerdings vor dem Trinken abschöpfen. Praktischer und nachhaltiger als ein Papierfilter ist das Teesieb. Bevor du den grünen Kaffee mit 250 Milliliter gekochtem Wasser übergießt, solltest du dieses auf 95 Grad abkühlen lassen, was ca. eine Minute dauert. Nun kannst du den grünen Kaffee aufbrühen. Anschließend lässt du den Kaffee mindestens vier Minuten ziehen. Je länger du hier wartest, desto stärker schmeckt das Heißgetränk. Jetzt ist es geschafft, wir wünschen viel Spaß bei der Zubereitung und beim grünen Kaffeegenuss.

Fazit: Mehr Nährstoffe, aber geschmacklich schwächer

In Anbetracht aller genannten Punkte hat grüner Kaffee durchaus seine Daseinsberechtigung. Gerade bei gesundheitsbewussten Kaffeefans ist das grüne Heißgetränk aufgrund der vielen enthaltenen Nährstoffe eine beliebte Alternative. Wer jedoch den leicht bitteren Geschmack von schwarzem Kaffee liebt, der wird sich mit grünem Kaffee dauerhaft nicht anfreunden können. Deshalb gilt es für dich abzuwägen, was dir wichtiger ist: Maximale Nährstoffe oder ein vollmundiges Röstaroma. Einen Versuch ist der grüne Kaffee jedoch allein aufgrund seiner Farbe und dem besonderen Geschmack wert.